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Das Projekt Seelsorgebereich und Caritas - Hand in Hand:Tätigkeitsbericht 2025

Dreiuhrgespräche
Seit 1. Oktober 2022 gibt es die 50%-Projektstelle im Seelsorgebereich Fränkische Schweiz mit Dienstsitz in Ebermannstadt
Datum:
Veröffentlicht: 1.4.26
Von:
Silke Hümmer
  1. Das Projekt Seelsorgebereich und Caritas - Hand in Hand

Seit 1. Oktober 2022 gibt es die 50%-Projektstelle im Seelsorgebereich Fränkische Schweiz mit Dienstsitz in Ebermannstadt, finanziert vom Regionalcaritasverband Bamberg – Forchheim e.V. Grundlage der Arbeit ist die Sozialraumorientierung. Im Markusevangelium 10, 51 steht geschrieben: „Was willst du, das ich dir tun soll?“. Diese Textstelle ist zudem Grundlage des Handelns.

 

  1. Ziele des Projekts

Folgende Ziele wurden für das Arbeitsfeld entwickelt:

  • Diakonia als Grundvollzug der Kirche stärken
  • Ansprechpartnerin für Menschen in Problemlagen sein
  • „Eine Kirche, die auf Menschen zugeht“: Offene (Gesprächs-) Angebote schaffen, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen und ihre Anliegen kennenzulernen.
  • Förderung der Vernetzung mit sozialen und kommunalen Akteuren: Initiierung bzw. Unterstützung von Projekten im Sozialraum
  • Förderung von Ehrenamt
  •  
  1. Aufgaben des Projektes

Hieraus konnten folgende Aufgaben abgeleitet werden

  • Vernetzung mit kommunalen und sozialen Akteuren:

Die verschiedenen Akteure zu kennen und sich mit diesen auszutauschen, ermöglicht häufig Synergieeffekte. So können bei Problemlagen oft auch im Miteinander gute Ergebnisse für die Menschen erzielt werden. Wichtige Partner sind hier u.a. die Seniorenvertretung 55+, die Kita-Leitungen, die Jugendpflegerinnen, der Familienstützpunkt sowie die verschiedenen Beratungs- und Fachstellen der Caritas.

  • Ansprechpartnerin für Anliegen im sozialen Bereich im Verwaltungszentrum:

Kirche ist ein Anlaufpunkt für Menschen, wenn sie in Notlagen geraten. Als Ansprechpartnerin in sozialen Fragen kann hier eine Vermittlung an Beratungsstellen erfolgen, Unterstützungsangebote initiiert und vermittelt werden oder bei akuter finanzieller Not eine kleine finanzielle schnelle Hilfe ausgezahlt werden. Ferner konnten Energiebeihilfeanträge gestellt werden. Manchmal genügt es aber auch, ein offenes Ohr für die persönlichen Anliegen zu haben.

  • Einbringen aktueller sozialer Themen im Seelsorgebereich ins Pastoralteam
  • Vernetzung in der Quartiersarbeit:
    Innerhalb des Regionalcaritasverbandes, als auch im Diözesancaritasverband ist die Teilnahme an den Vernetzungstreffen zur Koordination, Fortbildung und Reflexion wichtiges Element für die Projektstellenarbeit.
  • Initiierung von Maßnahmen im sozialen, seelsorgerischen und koordinierenden Bereich

  1. Maßnahmen aus dem sozialen, seelsorgerischen und koordinierenden Bereich

       4.1 Familienangebote

4.1.1    Ein Angebot für Alleinerziehende: „Dreiuhrgespräche“

Gemeinsam mit Gemeindereferentin Maria Sponsel wurde eine 5-teilige Gesprächsreihe für Alleinerziehende mit kostenfreier Kinderbetreuung in Ebermannstadt angeboten. Die Reihe, die sich über die Herbst- und Wintermonate erstreckt, fand im Jahr 2025 im Januar und Februar und erneut im Dezember statt. Die Teilnehmenden setzen sich mit Themen aus dem Bereich Pädagogik, Persönlichkeitsbildung und Entwicklungspsychologie auseinander, kommen in den Erfahrungsaustausch, reflektieren ihr eigenes Verhalten und entwickeln neue Handlungsstrategien. Für die Kinderbetreuung konnten junge Erwachsene aus der Pfarrei Pinzberg gewonnen werdem. Die Kath. Erwachsenenbildung BA – FO - ERH e.V. ist Kooperationspartner und unterstützt das Projekt finanziell.

4.1.2 Osterrallye

Zu einer Familienrallye wurde in der Fastenzeit eingeladen, die in Zusammenarbeit mit einer Ehrenamtlichen entwickelt wurde. Dabei stand sowohl die Begegnung der Familien als auch eine spielerische Wissensvermittlung zum Osterfest im Mittelpunkt. Im Anschluss konnten die Familien sich im Begegnungscafé stärken und die Kinder bastelten Grußkarten für Ostern.

4.1.3 Offene Spielplatzangebote in Kooperation mit dem Familienstützpunkt
Seit August 2023 findet in Kooperation mit dem Familienstützpunkt Ebermannstadt das offene Spielplatzangebot „Spiel und Spaß am Spielplatz“ mit abwechselnden Aktionen an unterschiedlichen Spielplätzen der Stadt Ebermannstadt und seiner Ortsteile statt. 2025 wurde zu drei Treffen in Niedermirsberg, Ebermannstadt und Rüssenbach eingeladen. Bewusst wurden die Gemeindeteile ausgewählt, damit auch ortsansässige Familien kurze Wege nutzen können. Familien treffen sich, kommen in den Austausch. Für die Kinder und Eltern ist eine Aktion geplant wie Spiele mit dem Luftballon oder eine Malstation. Zudem wird Kaffee für die Eltern angeboten. In lockerer Atmosphäre gelingt es, neue Bekanntschaften zu schließen, Erfahrungen auszutauschen und Hilfestellungen bei Problemlagen aufzuzeigen.
Das Spielplatzangebot wurde im Oktober 2025 auch von der Pfarrgemeinde Unterleinleiter aufgenommen und erfolgreich umgesetzt.

4.1.4 Alle(r) Heiligen – eine Rätselrunde für Familien

Vor den Allerheiligenferien konnten Familien im Verwaltungszentrum ein kostenfreies Rätselset rund um das Allerheiligen-Fest abholen. Damit konnten sie sich auf den Weg machen und um Rätselfragen zu verschiedenen Heiligen, die in Ebermannstadt als Skulpturen, am Brunnen oder an Hauswänden zu finden sind, aber auch zum Fest Allerheiligen, zu lösen.
11 Sets wurden ausgegeben. Leider nutzte niemand die Möglichkeit der Online-Abschlussumfrage, so dass die erwünschte Rückmeldung über das Angebot und über ein Interesse an ehrenamtliches Engagement nicht erfolgt ist.

4.1.5 Taufeltern-Gespräche

Aus der Pfarrei Pretzfeld und Ebermannstadt wurden die Taufeltern des vergangenen Jahres angerufen. Mit diesem Anruf möchten wir als Kirche Interesse am Leben der jungen Eltern zeigen und offen auf diese zugehen. Die Eltern zeigten sich positiv überrascht über die Nachfrage. Je nachdem entwickelten sich kurze, aber auch intensive Gespräche. Wünsche zu kirchlichen Leben konnten geäußert werden, die wiederum im Pastoralteam vorgestellt wurden und für die Entwicklung von Konzepten verwendet werden können.

 

4.2 Integrationsarbeit

In Kooperation mit der Integrationslotsin konnten in den vergangenen Jahren folgende Angebote entwickelt werden, die Integration in Ebermannstadt fördern.

4.2.1 Vorleseangebot im Kindergarten St. Nikolaus zur Förderung des Spracherwerbs

2024 startete das Vorleseprojekt im Kindergarten St. Nikolaus. Im Jahr 2025 lesen zwei Ehrenamtliche im zwei-Wochen-Rhythmus Kindern, mit und ohne Migrationshintergrund, in Kleingruppen vor. Sie arbeiten mit Wimmelbüchern etc., um den Spracherwerb zu fördern. Zudem erhalten Kinder mit Fluchthintergrund einmal in der Woche eine Einzelförderung zum Spracherwerb. Das Team des Kindergartens unterstützt aktiv die Ehrenamtlichen durch die Bereitstellung von Materialien wie der Sprachförderungskiste oder dem Jahreskreis entsprechenden Büchern. Die Begleitung der Ehrenamtlichen ist hier eine zentrale Aufgabe, die in Absprache mit der Integrationslotsin erfolgt.

4.2.2 Das Begegnungscafé in Ebermannstadt

Das Begegnungscafé öffnete erstmals im Dezember 2023 seine Türen. Im Jahr 2025 fand es monatlich statt. Eine Ehrenamtliche hilft bei den Vorbereitungen und der Durchführung. Durch Kuchenspenden von vier Frauen, wurde das Projekt ebenso unterstützt. Ziel ist es, dass sich Menschen jeglicher sozialer und religiöser Herkunft begegnen, in den Austausch kommen und Ressentiments abgebaut werden.
Während zu Beginn des Jahres das Café mit 23 Personen sehr gut besucht war, blieb am Ende des Jahres ein Stamm von 7 Personen. Während des Jahres gab es verschiedene inhaltliche Aktionen für die Gäste: Zum Heiligen Jahr wurde der Baum der Hoffnung mit Hoffnungsgedanken auf Blättern versehen. Kurz vor Maria Himmelfahrt wurde an den Brauch der Wurzbüschel erinnert und diese an die Gäste verteilt. Zum Namenstag der Heiligen Elisabeth wurde deren Lebensgeschichte mit dem Erzähltheater dargestellt und Rosen verteilt.
Neben den Gesprächen nutzen die Gäste auch immer wieder die Möglichkeit, sich mit persönlichen Anliegen an das Fachpersonal zu wenden. Hier kann auf Fachstellen verwiesen oder neue Impulse für mögliche Handlungsschritte gegeben werden.

4.2.3 Kreativ-Workshop für Kinder

Eine Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund führte ab Januar 2025 einen sechsteiligen Kreativ-Workshop für Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren im kath. Pfarrzentrum Ebermannstadt durch. Unterstützung erhielt sie in der Öffentlichkeitsarbeit, bei den Anmeldemodalitäten und der Bereitstellung von Arbeitsmaterial. 12 Kinder nahmen am Workshop begeistert teil. In Gemeinschaft konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Techniken in der Malerei als auch im Basteln kennenlernen. Aufgrund persönlicher Gründe der Ehrenamtlichen konnte ein erneut geplanter Workshop nicht mehr stattfinden.

4.3 Firmworkshop „Game over – wie ist das mit dem Tod und der Trauer?“

In der Firmvorbereitung gibt es die Möglichkeit Workshops für Firmlinge anzubieten, die im Rahmen eines freiwilligen Zusatzangebotes genutzt werden können. Erstmalig wurde in Kooperation mit dem Hospiz- und Palliativdienst der Caritas ein Workshop angeboten zum oben genannten Thema. Leider musste dieser wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.

4.4 Der Baum der Hoffnung

Das Heilige Jahr stand unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Das Thema Hoffnung wurde mit der Aktion „Baum der Hoffnung“ aufgegriffen. Beginnend wurde der Baum im Begegnungscafe vorgestellt. Die Gäste durften ihre Hoffnungen an den Baum, der kahl war, auf ein Blatt schreiben. Der Baum wurde dann in die kath. Kirche St. Nikolaus gebracht. Kirchenbesucherinnen und -besucher waren nun eingeladen, ihre Hoffnungsgedanken auf Blätter zu notieren und diese an den Baum zu hängen. Das Angebot wurde rege genutzt. Über den Sommermonaten hinweg wurde aus dem kahlen Baum ein reich beblätterter. Zum Abschluss der Aktion wurden die Hoffnungsgedanken, die am Baum hingen, in einem Familiengottesdienst eingebettet. Durch diese Aktion wurde deutlich, wie viele Menschen die St.-Nikolaus-Kirche besuchen. Auch in verschiedenen Sprachen wurden die Gedanken aufgeschrieben. Kirche ist weiter ein Hoffnungsort, in dem Menschen ihre Sorgen, aber auch ihre Hoffnungen teilen.

4.5 Teilnahme „EBS spielt“

Am zweiten Samstag im Oktober findet jährlich „EBS spielt!“ statt. Verschiedene Akteure im Sozialraum bereiten Spiel- und Kreativstationen vor. 2025 konnte in Kooperation mit dem Familienstützpunkt Müze ein Kreativangebot angeboten werden. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzten die Möglichkeit Steine zu bemalen. Gemeinsam mit der HPT und der Integrationslotsin, die ein eigenes Angebot setzten, wurde ein großer Stand gebildet. Ferner lagen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit aus, die auf Veranstaltungen, Angebote und der Möglichkeit auf ehrenamtliches Engagement hinwiesen.

4.6 Gesprächsbereit im Advent

In der Adventszeit wurde wöchentlich zu einem offenen Gesprächsangebot eingeladen. Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht auf Weihnachten freuten, konnten über ihre Anliegen sprechen. In diesem Jahr wurde das Angebot von drei Personen genutzt. Sehr eindringliche Gespräche wurden geführt, Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt und stärkend

4.7 Adventsmoment für pflegende Angehörige

In Zusammenarbeit mit der Fachstelle für pflegende Angehörige, der Sozialstation und Tagespflege „Guter Hirte“ konnte eine Adventsangebot für pflegende Angehörige entstehen. Dabei soll den Angehörigen eine kleine Auszeit vom Pflegealltag ermöglicht werden. Mit adventlicher Musik, einem besinnlichen Impuls gelang es, dass die Teilnehmenden rasch in den Austausch kamen. Die Fachstelle bietet fortführend das Austauschtreffen „Atempause“ an, dass pflegende Angehörige monatlich nutzen können.

  1. Ausblick

Durch die offenen und niedrigschwelligen Angebote ist es möglich, auf Menschen offen zuzugehen. Häufig sind diese kirchenfern. Treten in deren Leben Krisen auf, ist die Kontaktaufnahme zum Projekt „Seelsorgebereich und Caritas“ deutlich niedrigschwelliger. In der folgenden Beratung können mögliche Handlungsschritte aufgezeigt und an Fachstellen verwiesen werden. Ebenso werden Personen an mich vermittelt, die in Kontakt mit dem leitenden Pfarrer stehen. Diese benötigen Unterstützung in unterschiedlichsten Lebensbereichen. Auch hier erfolgt eine Beratung, in der ein offenes Ohr für problematische Themenbereiche wichtig ist, um neue Perspektiven entwickeln zu können. Durch die Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Fachstellen der Caritas ergeben sich häufig auch gute Synergieeffekte, um Lösungen für die Betroffenen zu entwickeln.

Für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen ist es unerlässlich, diese zu begleiten und den Rahmen ihrer Tätigkeit genau abzuklären. Dann kann das Engagement eine Bereicherung sowohl für die Engagierten als auch für die Nutzenden sein. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird auf Engagementfelder, sowie auf die Möglichkeit hingewiesen, eigene Projekte zu entwickeln.